Social Distancing – Corona vs. Polyamorie

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Zur Polyamorie gehört ein gutes Zeitmanagement. Ein gutes Raummanagement. Allgemein ein gutes Management von Ressourcen. Mit dem Coronavirus stehen wir vor dem Problem, in weiten Teilen unsere Entscheidungsfreiheit aufgeben zu müssen. Social Distancing ist der Begriff der Stunde. Das stellt etliche Menschen vor eine harte Probe.

In Zeiten der Coronapandemie entstehen viele Ungewissheiten. Wir wissen nicht, wohin der Weg geht und was uns bevor steht. Klar ist lediglich: Drastische Einschränkungen sind nötig. Für polyamor lebende Menschen eine besondere Herausforderung. Wie lässt sich also mit dieser Situation umgehen? Wie kümmern wir uns um unsere Mitmenschen, wenn wir uns ihnen nicht nähern dürfen?

Räumliche Distanz statt Social Distancing

Der Begriff Social Distancing ist ein wenig irreführend gewählt. Schließlich geht es nicht darum, soziale Kontakte abzubrechen, sondern darum, eine Ansteckung zu verhindern. Corona zwingt uns dazu, potenziell alternative Wege einzuschlagen.

So ist es – in manchen Bundesstaaten – zum Beispiel vollkommen okay, einen Spaziergang miteinander zu machen. Lauft durch das Grüne, haltet Abstand und lasst die frische Luft auf euch wirken. Es mag für viele ungewohnt sein, Abstand zu geliebten Menschen zu halten. Dieser Abstand besteht aber ja gerade wegen dieser Liebe. Ihr haltet füreinander – und für andere – Abstand.

Beziehungen temporär digitalisieren

Natürlich ergibt ein gemeinsamer Spaziergang nur Sinn, wenn dafür nicht ein langer Weg voller Menschen auf sich genommen werden muss. Und so bleibt vielen „nur“ das Internet. Von Skype, über Discord bis zu tausenden anderen Lösungen, stehen uns heute etliche Mittel und Wege frei, miteinander zu kommunizieren. Selbst Plugins für das gemeinsame Netflix schauen aus der Ferne gibt es.

Social Distancing trifft uns alle unterschiedlich

Besonderes Konfliktpotential besteht aktuell in Ungleichheiten. Denkt daran, zum Beispiel einen besonderen Augenmerk auf die Partnerschaften zu legen, die räumlich getrennt von euch sind, wenn ihr mit anderen Partner*innen zusammen wohnt. Wenn ihr hierarchisch aufgebaute Beziehungen führt, gebt den nicht-primären Beziehungen mehr Sicherheit, wenn diese gebraucht wird.

Wir haben das Privileg, in einem wohlhabenden Land zu leben. Das vereinfacht uns enorm viel. Die aktuelle Situation ist trotzdem eine besondere und enorme Stresssituation für nahezu alle Menschen. Während manche Leute keine Angst vor dem Alleinsein haben, tun sich andere schon nach wenigen Tagen aus verschiedensten Gründen schwer mit der Situation. Und so wichtig es eh immer ist, aufeinander acht zu geben und einander zuzuhören: So lange uns das Coronavirus begleitet, ist es lebensnotwendig. Passt auf euch auf.

Ein Kommentar bei „Social Distancing – Corona vs. Polyamorie“

  1. […] Corona ist noch nicht vorbei. Passt auf euch auf und kümmert euch umeinander. […]

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